Kommissionierung Software für Speditions- und 3PL-Lager
Dieser Anwendungsfall deckt Ausgangsaufträge, Pickliste, Pickstrategie und nachvollziehbare Kommissionierung ab. Ziel ist ein gemeinsamer Blick auf den Auftrag von Entwurf bis Versand. Suchfokus sind Kommissionierung Software für Lager mit Versandprozess, Kommissionierverfahren und Pickstrategien wie FIFO und FEFO.
Das Problem
Aufträge liegen in Excel oder einem anderen System, der Status (Entwurf, in Kommissionierung, versandt) ist nicht für alle sichtbar. Welche Charge und welcher Lagerplatz entnommen wurden, weiß hinterher niemand. Fehlversand und Nachfragen sind die Folge.
Typische Symptome
- Auftragsstatus muss telefonisch oder per Zuruf geklärt werden
- Fehlversand entsteht durch uneinheitliche Informationen
- Die Kommissionierung ist nicht sauber mit dem Auftrag verknüpft
- Bei Rückfragen des Auftraggebers ist nicht belegbar, aus welcher Charge und von welchem Platz entnommen wurde
- Entnahmeregeln wie FIFO oder FEFO hängen am Erfahrungswissen einzelner Personen
Lösung mit unserem WMS
Ausgangsaufträge von der Anlage bis zum Versand in einem System zu führen, schafft Transparenz: Jeder sieht den Status. Die Kommissionierung läuft über eine Pickliste je Auftrag, mit vorgeschlagener Charge und vorgeschlagenem Lagerplatz und Bestätigung je Position. Fehlversand und Doppelarbeit sinken, und jede Entnahme bleibt belegbar.
- Ausgangsaufträge anlegen und Status von Entwurf bis Versandt führen
- Pickliste je Auftrag – mit Mengen, Chargen- und Lagerplatz-Vorschlag
- Pickstrategie je Artikel und Mandant: FIFO, FEFO, LIFO oder manuell
- Bestätigung je Position mit Scan, entnommener Menge und Restmenge
- Weniger Fehlversand, weniger Nachfragen
- Alles in einem System – keine Doppelpflege
Kommissionierverfahren: welches Verfahren dieses WMS abbildet
Kommissionierverfahren unterscheiden sich vor allem darin, wie viele Aufträge gleichzeitig im Zugriff sind. Bei der Einzel- oder Auftragskommissionierung wird ein Ausgangsauftrag in einem Durchgang gepickt. Bei der Sammelkommissionierung, auch Batch-Picking genannt, werden mehrere Aufträge gemeinsam entnommen und erst danach vereinzelt. Die Zonenkommissionierung teilt das Lager in Bereiche, in denen jeweils ein Teil des Auftrags entsteht, und die Wellenkommissionierung bündelt Aufträge in Freigabewellen entlang der Versandschlusszeiten.
Warenzo WMS bildet die auftragsbezogene Kommissionierung ab: pro Ausgangsauftrag eine Pickliste, feste Positionsreihenfolge, Bestätigung je Position. Das deckt den Normalfall im Dienstleisterlager ab, in dem Aufträge mehrerer Auftraggeber nebeneinander laufen und die Nachvollziehbarkeit pro Mandant schwerer wiegt als der maximale Durchsatz pro Pickrunde.
Nicht abgebildet sind Batch-Picking über mehrere Aufträge, Wellen- und Zonensteuerung sowie Pick-by-Voice und Pick-by-Light. Wer Fördertechnik, Kommissionierzonen oder sprachgeführte Entnahme braucht, ist mit einem Automatisierungs-WMS besser beraten – die Abgrenzung dazu steht im WMS-Vergleich weiter unten.
Pickstrategie je Artikel und Mandant: FIFO, FEFO, LIFO oder manuell
Welcher Bestand zuerst entnommen wird, entscheidet die Pickstrategie. FIFO nimmt den ältesten Bestand zuerst, FEFO die Charge mit dem kürzesten Mindesthaltbarkeitsdatum, LIFO den zuletzt eingelagerten Bestand. Manuell bedeutet, dass das System bewusst nichts vorbelegt und die Auswahl beim Team bleibt.
Die Strategie hängt am Artikel, nicht am ganzen Lager. Ist sie in den Logistikdaten des Artikels gesetzt, gilt sie. Ist sie dort offen, greift die Vorgabe des Mandanten, für den der Artikel geführt wird, und erst danach ein Standardwert. In einem Lager mit mehreren Auftraggebern können so FEFO-pflichtige Ware mit Mindesthaltbarkeitsdatum und FIFO-geführte Handelsware nebeneinander laufen, ohne dass jemand die Regel im Kopf behalten muss.
Zu jedem Vorschlag gehört eine kurze Begründung – warum diese Charge, warum dieser Lagerplatz. Chargen und Plätze, die am Auftrag schon vorbelegt sind, haben Vorrang vor dem Vorschlag des Systems.
Pickliste, Laufreihenfolge und Bestätigung per Scan
Jeder Ausgangsauftrag ergibt eine Pickliste mit allen Positionen, Mengen und dem vorgeschlagenen Lagerplatz. Die Positionen sind entlang der Lagerplatz-Struktur sortiert, sodass die Liste gleichzeitig die Laufreihenfolge ist. Positionen ohne bekannten Lagerplatz stehen am Ende, weil ihr Platz erst beim Pick feststeht.
Diese Reihenfolge ist eine stabile Sortierung über die Lagerplatz-Hierarchie, keine Wegeoptimierung über Gassen und Zonen. Für Lager mit gewachsener Platzstruktur ist das der belastbarere Weg: Die Reihenfolge ist bei jedem Aufruf identisch und für jeden im Team nachvollziehbar.
Bestätigt wird Position für Position. Der gescannte Barcode wird gegen den erwarteten Artikel geprüft und gemeinsam mit dem Pick protokolliert; die entnommene Menge steht neben der offenen Restmenge, und Minderpicks werden als solche erfasst. Damit bleibt nachvollziehbar, wer welche Position wann und aus welchem Bestand entnommen hat – die Grundlage für jede Rückfrage des Auftraggebers.
Nächste Schritte
- 1Auftrag anlegen
Ausgangsauftrag mit Positionen erfassen – Entwurf bis zur Freigabe.
- 2Pickliste abarbeiten
Position für Position bestätigen – Charge und Lagerplatz werden nach der Pickstrategie vorgeschlagen.
- 3Versand
Als versandt buchen – Bestand und Historie bleiben konsistent.
- 4Nachverfolgen
Jeder Auftrag ist nachvollziehbar – von der Anlage bis zum Versand.
Für wen geeignet
- Lager mit mehreren Beteiligten an Ausgang und Versand
- Teams mit häufigen Rückfragen zum Auftragsstatus
- Operations-Setups, in denen Fehlversand schnell teuer wird
- Lager mit chargenpflichtiger Ware, die FEFO belegen müssen
- Dienstleister, die je Auftraggeber unterschiedliche Entnahmeregeln brauchen
Weniger geeignet
- Sehr einfache Ausgänge ohne Status- oder Bestandsrelevanz
- Setups, in denen Kommissionierung außerhalb des Lagers gesteuert wird
- Lager, die Batch-Picking über mehrere Aufträge, Zonen- oder Wellensteuerung benötigen
- Betriebe, die auf Pick-by-Voice, Pick-by-Light oder Fördertechnik zusteuern
Häufige Fragen
Typische Ergebnisse aus anonymisierten Einführungen
- In anonymisierten Projekten sinken Statusrückfragen typischerweise um 15-30 %, sobald Auftrag und Kommissionierung denselben Statusprozess nutzen.
- Fehlversand wird seltener, wenn Pickprozess, Auftragsstatus und Versandfreigabe nicht mehr in Parallel-Listen laufen.
- Der schnellste Erfolg entsteht oft über Transparenz, nicht über maximale Automatisierung im ersten Schritt.